Was ist dieses “Supervectoring 35b“?

Spätestens seit der Ankündigung der FRITZ!Box 7590 auf der CeBIT 2017 taucht der Begriff Supervectoring vermehrt auf. Das ist Grund genug, diese Technologie im Ratgeber genauer zu beleuchten: Wie ist Supervectoring einzuordnen? Wie unterscheidet es sich von bisherigen Technologien? Wo liegen die Vorteile?

Ein neuer DSL-Standard

Bei Supervectoring 35b handelt es sich um die bisher jüngste Weiterentwicklung des VDSL-Standards. Alternative Bezeichnungen sind VDSL Annex Q oder Vectoring Plus bzw. V Plus.

Bisher gibt es die DSL-Profile 8a, 8b, 12a, 12b, 17a, 17b und 30a, wobei 17a von den Anbietern am häufigsten benutzt wird. Diese Bezeichnungen definieren sich durch das Frequenzspektrum, welches jeweils verwendet wird (0-8 MHz bei dem 8er Profil, 17 MHz beim 17er Profil, usw.). Ein großer Vorteil dieser Technologie für die Netzbetreiber ist, dass sie auf bestehender DSL-Architektur aufbaut. Also kann das Gros der Datenübertragung weiterhin über das bestehende Kupferkabelnetz abgewickelt werden. Lediglich die Verteilerstationen, die sogenannten DSLAMs (Digital Subscriber Line Access Multiplexer) müssen aufgerüstet werden. Supervectoring 35b kann aus einem DSLAM auch parallel zu ADSL, ADSL2+, VDSL2 (z. B. DTAG 50 MBit/s) und dem bereits eingeführten Vectoring (100/40 MBit/s) vom Netzbetreiber angeboten werden. Auf kurzer Distanz (bis zu 300 m zum DSLAM) können so Geschwindigkeiten von bis zu 300 MBit/s erreicht werden.

Download bis zu 300 MBit/s

Bei allen DSL-Arten müssen sich die Teilnehmer in einem Kabelbündel die Bandbreite teilen. Je mehr Leute im Kabelbündel gleichzeitig hohe Datenraten bekommen sollen, desto weniger Bandbreite steht für jeden zur Verfügung. Abhilfe schafft das sogenannte “Vectoring“. Hierbei wird die gegenseitige Störung angrenzender Kupferdoppeladern eines Kabels reduziert. Für diesen Prozess ist eine hohe Rechenleistung in den DSLAMs notwendig, da für jede einzelne Kupfer-Doppelader eines Bündels die jeweiligen Störeinflüsse durch das System errechnet werden. Hierbei werden zwei Signale in die jeweilige Doppelader gesendet; das eigentliche Nachrichtensignal und ein abhängig von den errechneten Störeinflüssen erzeugtes Gegensignal. Das resultiert darin, dass durch Übersprechen entstehende Störsignale fast dezimiert werden. Das macht Anschlüsse zwar nicht schneller, aber erlaubt mehrere schnelle Anschlüsse parallel im selben Kabelbündel. Somit waren 100 MBit/s verlässlich erreichbar.

Supervectoring kommt jetzt als Nachfolger und verwendet noch mehr Frequenzspektrum als bisher, wodurch noch höhere Bandbreiten möglich sind (300 MBit/s Download, 50 MBit/s Upload).

Sie benötigen – neben dem entsprechenden Tarif Ihres Internetproviders – lediglich einen kompatiblen Router, wie etwa die FRITZ!Box 7590.